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Thema:

Schutz vor Attacken aus dem Internet
Desktop Firewall und Antivirensoftware

Weiterführende Infos finden Sie im IT-Glossar

Im Vergleich zu den vergangenen Jahren, wo die Infektionsrate von PCs jährlich um 50 Prozent anstieg, wurde von Seiten der bekannten Hersteller von Antivirenprogrammen für das Jahr 2003 eine vorsichtige Entwarnung gegeben. Erstmals seit 1990 war die Entwicklung rückläufig. Der Schutz durch Antivirenprogramme ist effizienter und das Wissen um die Gefahr von Viren ist bei den Anwendern größer geworden.

Keine Entwarnung!

Für Windows-Anwender ist dies jedoch bei weitem kein Grund zum Aufatmen. Die Fähigkeiten moderner Viren im Durchdringen häufig eingesetzter Firewalls und im deaktivieren von Virenscannern sind gestiegen. Die jüngste Generation solcher Schädlinge wie beispielsweise Klez H löschen nicht nur sofort Daten von der infizierten Festplatte. Im Zeitalter der CD-Brenner verfügen die meisten Anwender über Datensicherungen auf CD und somit sind derartige Datenverluste leichter zu verschmerzen. Ziel der neuen Viren sind Mailprogramme, Officedokumente und Serverapplikationen. Der vergleichsweise selten zu findende Virus Off97com.xla hinterlässt, wenn er einige Wochen unbemerkt auf der Festplatte gewütet hat, ein digitales Schlachtfeld. Bei von ihm bearbeiteten Excel-Sheets wurden einzelne Zahlenbits vertauscht, was bei Buchhaltungsdaten einen ungleich höheren Schaden verursacht als das einmalige Formatieren einer Festplatte.

Früher wurden solche Schädlinge in drei Kategorien unterteilt: Viren, Würmer und Trojaner. Diese einfache Trennung ist nicht mehr zeitgemäß. Selbst die vom Antiviruslab vorgenommene Unterteilung in Trojaner, Bootsektor-Viren, Stealth-Viren, polymorphe Viren, E-Mail-Viren und Hoaxes hat Schwächen. Der seit einiger Zeit im Umlauf befindliche Loveletter-Virus gehört sowohl zu den polymorphen als auch den E-Mail-Viren.

Während die Infektionsraten durch Boot- und Dateiviren ständig sinken, steigt die Gefahr durch eine Infektion über das World Wide Web extrem an. Die Klez-Viren gehören sowohl der Klasse der Viren als auch der Klasse der Würmer an, welche die Fortpflanzung über Outlook beherrschen. Klez F wird automatisch aktiv, wenn eine damit infizierte Mail in der Vorschau von Outlook oder Outlook-Express betrachtet wird. Wie erfolgreich diese Methode ist mag daran zu erkennen sein, das Klez F für 20 % alle Infektionen im Jahr 2002 verantwortlich zeichnet. Gleiches gilt für seinen nahen Verwandten Klez H (a. k. a. W32.Klez H@amm).

Für Verwirrung sorgen seit Monaten Meldungen über Viren, die angeblich Bilddateien infizieren und sich damit erstmals über nicht-ausführbare Dateien verbreiten. Der Virus W32/Perrun gilt als erster JPG-Wurm. Angeblich ist das reine Betrachten einer Mail ausreichend, um den Rechner und vor allem JPG-Dateien zu infizieren. Tatsache ist jedoch, dass auch dieser Virus auf einen EXE-Anhang setzt. Wird dieser unvorsichtigerweise geöffnet erfolgt eine Änderung innerhalb der Registrierungsdatenbank der zur Folge hat, dass alle lokal befallenen JPG-Dateien kurzerhand in EXE-Dateien umgewandelt werden. Diese neuen Dateien beginnen anschließend ihre zerstörerische Arbeit.

So arbeiten die Antivirenprogramme

Scanner sind das übliche Arbeitswerkzeug von Antivirenprogrammen. Mit Hilfe von Prüfsummenverfahren können Veränderungen an Dateien festgestellt werden, ohne dass die Software deren kompletten Inhalt überprüfen muss. Tritt eine Prüfsummendifferenz auf, so wird die betreffende Datei nach verdächtigen Zeichenketten durchleuchtet. Der Virenscanner versucht nun, die Veränderungen innerhalb der Datei rückgängig zu machen indem die neuen, u. U. virenbehafteten Teile gelöscht und evtl. Einträge innerhalb der Registrierungsdatenbank ebenfalls entfernt werden.

Älter Virentypen waren auch durch Mustererkennungsroutinen aufzuspüren, da bestimmte Teile ihres Codes unverschlüsselt und stets identisch waren. Basis sind hier Datenbanken, welche die typischen Virenmuster enthalten welche mit mutmaßlich befallenen Dateien verglichen werden. Bei modernen Computerviren ist dieses Verfahren erfolglos. Antivirenprogramme versuchen durch Simulation den möglichen Aufbau einer verseuchten Datei herauszufinden, was eine langwierige Prozedur darstellt. Ist auch die Simulation nicht erfolgreich erfolgt eine so genannte Cryptoanalyse, mit deren Hilfe der Virus entschlüsselt werden kann.

Neuere Viren werden zudem über heuristische Verfahren entdeckt. Hierbei werden alle ausführbaren Programme auf virulente Aktionen analysiert. Überprüft werden die Anfangs- und Endbereiche der zu prüfenden Programme. Die derzeit modernste und wohl geschickteste Methode beruht auf der dynamischen Analyse: Vor dem Programmstart wird von Seiten des Antivirenprogramms ein virtueller Computer erzeugt. In dieser synthetischen Umgebung, die über einen abgeschotteten Speicherbereich verfügt, hat das Antivirenprogramm die Möglichkeit, bösartigen Code sofort zu erkennen und kann entsprechend reagieren. Diese Technologie wird beispielsweise bereits von Norton Antivirus genutzt und kommt dort unter der Bezeichnung Bloodhound zum Einsatz.

Die XP-Firewall (ohne Service Pack 2)

Hacker nutzen üblicherweise vorhandene Sicherheitslücken, um in ein Rechnersystem einzudringen. Aus diesem Grund stellt das Einspielen der aktuellsten Sicherheitspatches für das eingesetzte Betriebsystem die wichtigste Schutzvorkehrung gegen solche unerwünschten Besucher dar. Die für Windows 2000 und Windows XP vorhandenen Servicepacks und Patches ersetzen natürlich keine Firewall aber reduzieren die Angriffsmöglichkeiten von Hackern.

Auch wenn Microsoft regelmäßig diese Sicherheitsupdates veröffentlicht, so kann dies mitunter mehrere Wochen dauern. Neu entdeckte Schlupflöcher können somit von Hackern in aller Ruhe ausgenutzt werden. Vielleicht auch aus diesem Grund verfügt Windows XP über eine integrierte und leicht konfigurierbare Firewall. Alles was zunächst einmal getan werden muss, ist das Setzen eines Häkchens im Eigenschaften-Fenster der DFÜ-Verbindung (Registerkarte Erweitert). Die Firewall birgt jedoch zwei Schwächen, zum einen werden keine ausgehenden Daten überprüft und zum anderen ermöglicht die Unterstützung von Universal Plug and Play (UPnP) das Passieren von Drittanbietern wodurch Trojanern Tür und Tor geöffnet werden. Setzen Sie jedoch keine andere Firewall eines anderen Anbieters ein, so sollten Sie die XP-interne Firewall auf jeden Fall aktivieren.

Gefahr durch Dialer

Hinter Dialern verbergen sich entweder 0190 oder 0900 Vorwahlnummern zur Einwahl ins Internet. Sie treffen ausschließlich Anwender mit Wählleitungen (Modem und ISDN). Wer innerhalb eines internen Netzwerkes oder über einen T-DSL-Anschluss ins Internet geht, muss keines dieser Abzock-Programme fürchten.

Dialer überschreiben während ihrer Installation die vorhandenen Einstellungen für die DFÜ-Verbindung. Danach surft der Anwender für bis zu 1,86 Euro pro Minute. Der Schwindel fällt meist erst bei Erhalt der nächsten Telefonrechnung auf. Ein Blick in die Eigenschaften der DFÜ-Verbindung und die Modemeinstellungen zeigt, ob sich ein Dialer eingeschlichen hat.

Für ISDN-Kunden steht bspw. das Freeware-Programm Capi-Dog zur Verfügung.
Gehen Sie mit einem Modem ins Internet, so stellt das Web.de-Utility Smart Surfer eine gute Wahl dar. Zudem kennt es auch Internet-by-Call-Anbieter und deren Tarife.

Desktop Firewalls

Hacker nutzen regelmäßig so genannte Portscans. Hierbei werden automatisiert Adressnummern (IP-Adressen) angesprochen um festzustellen, ob die jeweiligen Rechner aktiv sind. Anwender mit einer Flatrate und Rechner mit einer festen IP-Adresse sind hier in gefährdet.

Gefahren lauern jedoch nicht nur vor der Firewall. Bereits auf dem lokalen Rechner befindliche Viren (Trojaner) nehmen gerne (unbemerkt vom Anwender) Kontakt mit der Außenwelt auf. Dies kann von Desktop Firewalls meist nicht unterbunden werden. Hier ist weiterhin ein aktueller Virenscanner von Nöten.

Die einfache Installation einer Firewall reicht jedoch nicht, um einen Rechner vor Angriffen aus dem Internet zu schützen. Jede Firewall verfügt über bereits vordefinierte oder selbst erstellbare Regelsätze. Mit deren Hilfe können Freigaben und Sperren individuell angepasst werden und der Schutz gegen ungebetene Gäste wird erheblich wirksamer.

Unsere Empfehlung:

Für einzelne Rechner stellt ein Verbund von Virenscanner und Desktop Firewall die derzeit beste Versicherung gegen Viren und Internetattacken dar. Beide Anwendungen müssen jedoch zwingend gepflegt bzw. aktualisiert werden.

Alle führenden Hersteller von Antiviren-Tools haben mittlerweile beide Programmtypen im Angebot. Richtig lukrativ wird es dann, wenn Sie sich beide Produkte in einer so genannten Security Suite anschaffen. So lassen sich die Ausgaben oftmals um bis zu 40 Prozent reduzieren.

 

Links zu den bekanntesten Anbietern von Antivirensoftware, Desktop-Firewalls und Security Paketen:

Agnitum, H+B Edv, McAfee, Norman, Steganos, Symantec, Zonelabs, Sygate

(c) 1999 - 2004 Borgmann IT Consulting

Stand: 28.10.2004