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Digitalkameras

Weiterführende Infos finden Sie im IT-Glossar

Im Weihnachtsgeschäft 2002 und 2003 waren Digitale Kameras der absolute Renner. Dabei wussten viele Käufer gar nicht, worauf bei diesem Kameratypus zu achten ist, wo die Pferdefüsse sich verbergen und ob sie mit solch einer Kamera überhaupt richtig bedient sind.

Grundsätzlich werden digitale Kameras derzeit in drei Hauptgruppen aufgeteilt. 
Die Einsteigerklasse stellen Kameras mit einer Auflösung von 2 Megapixeln. Einsteigermodelle richten sich primär an Gelegenheits- und Hobbyfotografen. Diese Kameras verfügen über kompakte Abmessungen und eine geringes Gewicht.
In der Mittelklasse finden sich Kameras mit Auflösungen von 3 bis 4 Megapixeln. Diese Kameras richten sich nicht an Einsteiger sondern an Anwender die großformatige Bilder in guter Qualität benötigen.
Die Profiklasse wird von Kameras mit Auflösungen ab 5 Megapixeln gestellt. Sie eignen sich ausschließlich für den professionellen Bereich. Wer Fotos in Größen von 10 x 15 Zentimetern ausdrucken möchte unterfordert diese Kameras deutlich. Die in diesem Segment möglichen Auflösungen von 2560 x 1920 Pixeln ermöglichen hochwertige Vorlagen für großformatige Bilder in DIN-A4 und größer.

Egal für welche Gruppe bzw. Auflösung Sie sich entscheiden, die Qualität der Verarbeitung ist in allen Preissegmenten besser geworden. Bereits bei Kameras mit 3-4 Megapixeln finden sich Metallgehäuse. Das Design wird immer ansprechender und auch futuristischer. Interessant hierbei ist jedoch, das weder ein Lifestyle-orientiertes Design noch eine hohe Bildqualität teuer sein müssen.

Einsteigermodelle werden häufig als Schnappschuss-Kameras bezeichnet. Dafür sind Digitalkameras jedoch nicht geeignet. Schnappschüsse erfordern eine schnelle Reaktion nicht nur vom Fotografen, sondern auch von der Kamera. Die Auslöseverzögerung der Digitalkameras vereitelt den schnellen Schuss jedoch. Bei einigen Kameras kann dies bis zu einer halben Sekunde sein. Wollen Sie trotz dieses Handicaps flott fotografieren, so achten Sie darauf, dass die von Ihnen ausgewählte Kamera CompactFlash-Karten oder Microdrive-Medien unterstützt.

Der größte Teil aller digitalen Fotos wird nicht größer als 10 x 15 Zentimeter ausgedruckt. In diesem Fall sind Sie bereits mit 2 bis 3 Megapixel-Modellen gut bedient. Streben Sie jedoch größere Ausdrucke an, dann sind Kameras jenseits der 3-Megapixel angesagt. Hier werden Ihnen allerdings auch dem Preis entsprechend mehr Einstellungsmöglichkeiten geboten als in den preiswerteren Segmenten.

Ein Argument für die Kaufentscheidung, das viele unterschätzen ist die Leistungsaufnahme einer Kamera sowie der eingesetzten Speichermedien. Die Werte schwanken hier zwischen knapp 200 und 5700 Milliwatt bei eingeschaltetem LCD.

Ein entscheidendes Qualitätskriterium ist die Homogenität eines Bildes. Diese gibt Auskunft über Schärfe, Helligkeitsverteilung und Bildverzeichnung. Letztere führt zu gekrümmten bzw. gebogenen Darstellungen gerader Linien wie bspw. bei einem Segelmast oder einer Hauskante.

Jede Kamera arbeitet das soeben aufgenommene Bild im Arbeitsspeicher nach, bevor es tatsächlich auf die Speicherkarte geschrieben wird. Per Software erkennt die Kamera Übergänge im Bild selbständig und verstärkt diese. Für den Benutzer erscheint das Bild schärfer. Der Haken bei dieser Methode ist, dass Fehler in das aufgenommene Foto gelangen können. Diese Datenverluste lassen sich nachträglich nicht mehr rückgängig machen.

Eine gute Digitalkamera verfügt über 9,9 Blenden, wodurch sich bis zu 100 Helligkeitsstufen aufnehmen und unterscheiden lassen. Ist der Umfang zu klein, so entsteht ein kontrastarmes Bild, da unterschiedliche Helligkeitsstufen nicht mehr im Bild zu erkennen sind.

Neben der Bildqualität spielt natürlich auf die Ausstattung eine große Rolle. Das Augenmerk sollte hierbei auf Aspekte wie Lichtempfindlichkeit, Blenden, verwendete Speichermedientypen, Schnittstellen, Einstellmöglichkeiten sowie der Lieferumfang sein.

Verwirrend ist die Vielzahl verschiedenster Speichermedien. Je nach Modell benötigen Sie eine XD-Picture-Card, Smartmedia, SD-Card, MM-Card, Compactflash Typ I, Compactflash Typ II oder einen Memory-Stick. Nähere Infos hierzu finden Sie im Glossar.

Bildkompressionsvergleich

Im JPEG-Format abgelegte Bilder benötigen deutlich weniger Speicherplatz als die unkomprimierten TIFF-Pendants. Um jedoch Qualitätsverluste beim Speichern von JPEG-Bilder zu vermeiden (sichtbare Störungen und Artefakte) sind Komprimierungswerte von maximal 1:10 sinnvoll, und ohne Sie in einen Kaufrausch versetzen zu wollen, erscheint die Anschaffung zusätzlicher Speicherkarten mit deutlich höherer Kapazität als von den Kameraherstellern ausgeliefert mehr als sinnvoll.

Dateigröße (Beispiel): 8 MByte, Speicherkarte mit 32 MB Speicherplatz
Bildformat Kompressionsfaktor reduzierte Größe auftretende Artefakte Anzahl gespeicherter Bilder
TIFF keiner Originalgröße 8192 KByte) keine 4
JPEG 1:4 2048 KByte nicht wahrnehmbar 16
JPEG 1:6 1365 KByte nicht wahrnehmbar 24
JPEG 1:8 1024 KByte geringe Störungen 32
JPEG 1:10 819 KByte geringe Störungen 40
JPEG 1:20 410 KByte deutliche Bildstörungen 80
JPEG größer 1:20 variabel deutliche Bildstörungen (Kachelfeld) variabel

 

(c) 1999 - 2004 Borgmann IT Consulting

Stand: 28.10.2004