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TFT-Monitore

Weiterführende Infos finden Sie im IT-Glossar

Die klassischen Röhrenmonitore (CRT = Cathode Ray Tube = Kathodenstrahlröhre) haben gegenüber den Flüssigkristallbildschirmen in den letzten 24 Monaten immer mehr an Boden verloren. Wurden die Flachbildschirme vor einiger Zeit noch als Yuppie-Spielzeug abgetan, finden sich mittlerweile immer mehr dieser Modelle an Arbeitsplätzen im Büro, in Konferenzräumen und Privathaushalten.
Panels mit immer größeren Bildschirmdiagonalen werden gefertigt, die gleichzeitig auch noch besseren Kontrast, höhere Blickwinkel und Farbtreue aufweisen. Zudem sinken die Preise bei steigender Qualität. CRTs werden in nächster Zeit immer mehr von der Bildfläche verschwinden und den TFTs die Vorherrschaft überlassen.

Laut ISO 13406-2 dürfen in der für Büroanwendungen relevanten Qualitätsklasse 2 pro eine Million Pixel maximal zwei immer hell sein, zwei anhaltend schwarz und fünf flackernd. Andernfalls ist der gesamte Monitor ein Fall für den Sondermüll. Bei steigender Bildschirmdiagonale ist das kein zu unterschätzendes Qualitätsproblem.

Höhere Anschaffungskosten = günstigerer Betrieb

Diese Formel gilt nicht nur für Drucker, sondern auch für Flachbildschirme.

LC-Monitore (LC = Liquid Crystal = Flüssigkristall) verbrauchen durchschnittlich 20 bis 30 Watt und somit deutlich weniger Strom als Röhrenmonitore (80 bis 150 Watt). Aufgrund ihrer Funktionsweise heizen LC-Bildschirme die Umgebung nicht so stark auf wie CRT-Monitore. An einem einzelnen Arbeitsplatz ist dies vielleicht zu verschmerzen, in Großraumbüros mit vielen Bildschirmen wächst sich diese Tatsache jedoch zu einer messbaren Größe aus. Je höher die Abwärme der Monitore, desto höher die durch die Klimaanlage entstehenden Betriebskosten. Sowohl für Büros als auch für Privatanwender reizt zudem natürlich der geringere Platzbedarf der LC-Bildschirme. Während ein 19-Zoll-LC-Monitor (19 Zoll = 48,5 Zentimeter Bildschirmdiagonale) ohne Probleme auch auf einem schmalen Schreibtisch Platz findet, nimmt ein vergleichbarer Röhrenbildschirm deutlich mehr Stellfläche ein, wenn das Aufstellen überhaupt möglich ist. In Bezug auf die darstellbare Auflösung und das sichtbare Bild entspricht ein 15-Zoll-LC-Monitor einem 17-Zoll-CRT-Bildschirm (1 Zoll = 2,54 cm).

Weitere Vorteile

Objektiv gesehen ist das Arbeiten an Flachbildschirmen weniger anstrengend als an Röhrenmonitoren. Der Grund dafür liegt im Aufbau von LC-Displays, die von Prinzip her immer ein scharfes Bild liefern. Eine konventionelle Bildröhre kann nur mit aufwändiger Technik ein Bild bis in jede Ecke mehr oder weniger scharf darstellen. Beim LC-Display ist hingegen jeder einzelne Bildpunkt direkt am Bildschirmaufbau beteiligt. Fehldarstellungen bei der Farbdeckung (Konvergenz) sind LC-Bildschirmen fremd, ebenso wie Farbsäume entlang weißer Linien. LC-Bildschirme bauen zudem ein wesentlich schwächeres elektromagnetische Feld auf und geben bauartbedingt keine Röntgenstrahlen ab.

Mit all diesen Vorteilen ist es verständlich, das die Prognosen für den LC-Monitormarkt mehr als positiv ausfallen. Somit dürfen wir in den nächsten Jahren mit einer ständig steigenden Qualität bei TFTs bei gleichzeitig weiter sinkenden Preisen erwarten.

Preiskampf zu Ungunsten des unbedarften Käufers

Die Gewinnspanne bei Flüssigkristallbildschirmen ist deutlich geringer als bei Röhrenmonitoren. Ein Grund mehr bei Monitoren nicht 'blind' zuzugreifen bzw. bei der Produktwahl nur nach dem niedrigsten Preis Ausschau zu halten. Sicherlich sind die Panels bei vielen Monitormarken vom gleichen Hersteller, aber die Zahl defekter Pixel und die Qualität des Service unterscheiden sich von Marke zu Marke und trennt die Spreu vom Weizen. Einen weiteren großen Anteil an der Performance eines LC-Monitors trägt die zu Einsatz kommende Technik sowie die verfügbaren Anschlüsse, die Qualität von  Standfuß und Gehäuse und nicht zuletzt auch das Design.

Auf Farbtiefe und Auflösung achten

Ältere Displays können meist nur 262144 Farbstufen (= 6 Bit Farbtiefe = 64 * 64 * 64 Farbnuancen) darstellen. Erst neuere LC-Monitore erreichen eine Genauigkeit von acht Bit  (= 256 * 256 * 256 Farbnuancen = 16,7 Millionen Farben).

Bei LC-Displays steigt mit der Bildschirmgröße auch die Zahl der Bildpunkte. Auf den ersten Blick ist das ähnlich wie bei einem Röhrenmonitor, allerdings mit dem folgenden Unterschied: Wenn eine 21-Zoll-Bildröhre die meist 1600 * 1200 Pixel darstellen kann in einer niedrigeren Auflösung arbeiten soll, bspw. 1024 * 768 Pixel, dann ändert die Elektronik des Monitors die Ansteuerung der Elektronenstrahlen. Das am Bildschirm sichtbare Raster wird einfach angepasst und so eine optimale Bilddarstellung erreicht.

LC-Monitore können dagegen Auflösungen, die nicht der physikalischen Pixelanzahl entsprechen, nur durch Interpolation anzeigen, sprich: durch Hinzufügen oder Entfernen von Zwischenpixeln. Werden also andre Auflösungen als die vorgesehene Hardwareauflösung gewählt, so hängt die Bildqualität von der verwendeten Interpolationstechnik ab. Die Ergebnisse hängen hier direkt mit der Preis- und Leistungsklasse des jeweiligen Displays ab. Bei geplanten anderen Auflösungen lohnt es sich auf jeden Fall, vor dem Kauf die Wiedergabe der unterschiedlichen Auflösungen zu prüfen.

Die Qualität des Analog-Digitalwandlers ist ein wichtiger Punkt, wenn Sie den Monitor an eine Grafikkarte anschließen möchten, die nur über einen analogen Ausgang verfügt. Gute LC-Displays stellen sich automatisch auf Bildwiederholfrequenz, Phasenlage und Signalauflösung ein, Billigangebote wollen jedoch umständlich synchronisiert werden und zeigen dennoch oftmals Streifen an.

Technologische Fremdkörper

Obwohl Computer rein digital arbeiten, wurden Monitore schon immer über D-Sub oder BNC-Verbindungen mit analogen Bildsignalen angesteuert. Verantwortlich dafür ist der RAMDAC, das Herzstück einer jeden konventionellen Grafikkarte, der die digitalen Bildinformationen des aktuellen Bildschirminhaltes in analoge Wechselspannungen umsetzt.

Mit analogen Signalen können LC-Bildschirme jedoch nichts anfangen, schließlich werden die einzelnen Pixel digital adressiert. Solange aber das Umfeld mit analoger Grafik arbeitet, müssen die LCD-Hersteller den Bildschirmen zwangsweise eine Analog-Digital-Wandler einbauen. Um einer durchgängigen digitalen Signalverarbeitung bis zum Bildschirm gerecht zu werden, setzt sich die DVI-Schnittstelle (Digital Visual Interface) immer stärker durch. Mit dieser Schnittstelle entfällt die unnötige zweimalige Wandlung der Bildinformationen von digital nach analog nach digital, wodurch die Grafikkarte den Monitor verlustfrei ansteuern kann.
Achten Sie beim Neukauf von Grafikkarte und/oder Monitor unbedingt darauf, dass die Grafikkarte DVI von Haus aus unterstützt und dass der LC-Display, wenn Sie noch über eine ältere, rein analoge Grafikkarte verfügen, beide Schnittstellen unterstützt.

(c) 1999 - 2004 Borgmann IT Consulting

Stand: 29.10.2004